Bau es und sie werden kommen!

Die Aufgaben fürs Marketing haben sich eigentlich seit ewigen Zeiten nicht geändert; den Markt bereiten, Bekanntheit schaffen, Käufer und Interessenten anziehen und überzeugen, Dinge schön aussehen lassen und alles, was im Grunde dazu gehört. Die vier P’s sagen dem Experten dann was konkret zu tun ist.

Doch etwas hat sich grundlegend geändert. Marketeers müssen umdenken. Sie sollten ihren Zielgruppen nicht mehr nachlaufen, sondern Sie einladen, ihnen eine Spielwiese, ein Betätigungsfeld geben und sich mit ihnen verbünden. Die sozialen Netzwerke haben die Machbarkeit bereits ausgiebig bewiesen. Doch was heißt das konkret?

Mit der Keule auf Zielgruppenjagd

In Zeiten des sogenannten Fachkräftemangels, Stichwort “war for talents”, sind Unternehmen verzweifelt auf der Suche nach Spezialisten für bestimmte Aufgaben, seien es Ingenieure oder Facharbeiter. Es bedeutet einen enormen wirtschaftlichen Schaden, wenn offene Positionen nicht besetzt werden können. Aufträge müssen storniert werden, Wachstum verlangsamt sich und Auftraggeber sehen sich nach Alternativen um.

Personalabteilungen mühen sich mit Werkzeugen aus der Marketing-Steinzeit, Bewerber für sich zu begeistern. Findige Berater entdecken das sogenannte “employer branding”, um die Attraktivität von Unternehmen nachhaltig zu steigern. Doch all das sind nur Einzelmaßnahmen, vielleicht komplex, aber eben nicht sehr weitgreifend gedacht. Hier nun eine Idee, die Sie konkret umsetzen können:

Elektroniker dringend gesucht!

Wir nehmen mal ein konkretes Beispiel: Sie suchen Elektroniker. Sie haben bereits die üblichen Wege ausgeschöpft. Sie haben Ihr Unternehmensprofil geschärft, Ihren USP herausgearbeitet und die Benefits für Ihre Bewerber klar konkretisiert. Sie haben eine tolle Ausschreibung verfasst, an emotionale Bilder gedacht, Ihre Aussagen einprägsam, aber konkret formuliert und alles klar strukturiert, dass es ein Augenschmaus ist. Sie haben eine Online-und eine Offlineversion erstellt und getestet. Sie haben Ihr lokales Netzwerk angesprochen, Arbeitsagentur und Bildungsträger benachrichtigt und eine emotionale PR-Kampagne losgetreten. Mit Ihrer Stellenausschreibung haben Sie alle Kanäle bedient, waren in der Tageszeitung, im Anzeigenblatt und im Fachmagazin. Sie haben die richtigen Stellenbörsen bedient, haben in die Breite und in die Tiefe geworben und Ihre eigene Homepageausschreibung durch AdWords und Affiliates breitflächig ins Internet gebracht und dabei auch an social media gedacht. In Ihrem Auftrag waren Promotoren in Baumärkten und Bastelläden unterwegs. Sie haben ihre Stellen auf lokalen Jobmessen an das geneigte Publikum gebracht und waren als Überraschungsgast auf der Modellbau- und Haushaltswarenmesse. Ihre Region wurde mit Plakaten bepflastert, Flyer lagen aus, Ihr Slogan war auf den Brötchentüten beim Bäcker zu sehen und tagelang im Radio zu hören. Straßenkünstler haben mit Kreide einen rießigen 3D-Schaltschrank auf den Rathausplatz gemalt und ein Heißluftballon mit dem Konterfei Ihres Werbemaskottchens war an jedem sonnigen Tag in der Luft. All das und noch viel mehr, hat Geld, Zeit und Mühe verschlungen und nichts gebracht. Warum?

Bau es und sie werden kommen!

Ihre Zielgruppe ist heiß umworben, auch Ihr Wettbewerb sucht Elektroniker. Die Industrie sucht Elektroniker für Maschinen und Antriebstechnik oder Geräte und Systeme, das Handwerk braucht “Strippenzieher” oder Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik und das Systemhaus um die Ecke sucht nach Elektronikern für Informations- und Telekommunikationstechnik. Es stellt sich also die Frage nach “Hauen und Stechen” oder Kooperation. Letzteres ist zwar der längere, aber wohl erfolgreichere Weg.

Der Social Media Code ist entschlüsselt

Die Beteiligten müssen an einen Tisch und Ihre Karten zusammenwerfen. Zusammenarbeit muss heißen, das Ganze ist mehr als die Summe seiner Einzelteile! Und genau in diesem Sinne bauen wir unserer Zielgruppe ein Zuhause.

Um genau zu sein, wir erschaffen eine Online-Plattform, die von lokalen, regionalen und überregionalen Stakeholdern unterstützt wird. Sie hat die Aufgabe im ersten Schritt eine ganz bestimmte Zielgruppe anzusprechen und zu binden. Wir konzipieren daher eine Spielwiese für unsere Elektroniker mit einer einfachen Struktur und nach den folgenden Gesichtspunkten:

  • Exklusivität / Geschlossenheit / Peer-group-Ansatz

Nur die Zielgruppe hat Zugang zu diesem bestimmten Teil des Portals, hier ist man unter sich und seines Gleichen. Das Community Management ist auch aus der Zielgruppe, oder zumindestens mit Leuten besetzt, die wissen, wie diese tickt. Um ein Abgleiten zu vermeiden, werden entsprechende Guidelines implementiert und überwacht. Die Infrastruktur ist vorgeprägt und durchdacht. Die Räume haben griffige Namen mit Bezug zur Zielgruppe. Witzige Wortschöpfungen erhöhen den Sympathiefaktor und die Identifikation. Chats haben zielgruppenspezifische Smileys und entsprechende Funktionen. Will jemand die Aufmerksamkeit eines anderen erregen, hat er einen Button, mit dem er ihm einen Blitz schicken kann. Hier wird nicht angestupst, hier wird der Avatar des Gegenüber “ge-tasert”. “Likes” sind Glübirnen und Bewertungskategorien gibt es von Kriech- bis Starkstrom.

  • Konnektivität / Reichweite / Austausch

Exklusivität ist toll und macht aus der Zielgruppe, das, was sie für uns ist, etwas ganz besonderes. Doch nur unter seines Gleichen ist niemand auf Dauer glücklich. Also müssen wir unserer Zielgruppe ein Tor zur Welt einbauen. Von ihrer Plattform aus, haben sie Zugriff und können sich mit anderen Plattformen vernetzen und diese einfach betreten. Ohne große Hürden können unsere Elektroniker ihre Inhalte, wenn erwünscht , auch in die restliche digitale Welt erweitern und sich austauschen. Auch können sie Besucher in den öffentlichen Raum auf dem Portal einladen.

  • Privilegiertheit / Benefits

Was nützt mir die größte Exklusivität, wenn sie nicht mindestens zwei Aspekte mit sich bringt:
1. Vorteile jeglicher Art, und
2. Öffentlichkeit, die um meine Exklusivität weiß

Den ersten Punkt erfüllen wir über eine “Bietergemeinschaft”, die zahlreiche Angebote für die jeweilige Zielgruppe auf sich vereint. Es ist ein Traum für jeden Marketingtreibenden, eine so sauber differenzierte Zielgruppe vorzufinden und diese ohne Streuverlust direkt ansprechen zu können. Eine nicht allzu schwere Aufgabe für das Portalmanagement diese Marketeers ausfindig zu machen.
Der zweite Punkt muss ebenfalls über diese Schiene abgedeckt werden, Stichwort interne und externe PR.

  • Education

Nicht falsch verstehen, wir wollen unsere Zielgruppe nicht erziehen, sondern weiterbilden bzw. informieren. Hier findet alles Eingang, was man heute im Bereich E-learning, Web Based Collaboration oder Learning Communities kennt, um der Zielgruppe einen tatsächlichen Know-how-mehrwert zu spendieren. Freie Goodies, Explosionszeichnungen, Bau- und Schaltpläne, How-to’s in Schrift- und Bildform oder als Videos geben der Zielgruppe, was sie an Input braucht.

  • Entertainment

Wenn Inhalte auch noch unterhaltsam vermittelt werden, ist das schön, aber nicht zwingend nötig. Was unserer Community noch fehlt, ist ein Quäntchen Humor, Spaß und Unterhaltung. Die größte Sammlung von Elektronikerwitzen wäre schon eine Hausnummer. Elektro-News aus aller Welt, Skurriles rund um Strom, das erste und einzige Strom-Wiki und die peinlichsten Elektronikerpannen – und noch ganz viel mehr, was der Mensch begehrt.

Natürlich gibt es jetzt hier noch ein paar mehr ausführenswerte Punkte, aber ich befürchte ich habe eh schon wieder den Rahmen eines normalen Post gesprengt. Dafür sorry!

Fehlt Ihnen noch Entscheidendes? Haben Sie bereits ein Portal gebaut, betrieben und geschlossen und können Erhellendes mitteilen? Ich freue mich auf Ihre Kommentare!

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